Printed Security. Tradition since 1893.
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Historie

Über 130 Jahre bewegte Geschichte – und kein Ende in Sicht.

Vom Wanderdrucker aus Meißen zum zertifizierten Sicherheitsdrucker: Die Geschichte von Haubold ist eine Geschichte von Mut, Spezialisierung und Familie – über zwei Weltkriege, Währungsreform und Pandemie hinweg, in fünfter Generation.

Historie

Unternehmensgeschichte Haubold

Von der kleinen Akzidenzdruckerei am Neuen Steinweg zur zertifizierten Sicherheitsdruckerei – die Chronik nach unserer Firmengeschichte.

1893

Der Firmengründer Woldemar Haubold wurde 1856 in Meißen geboren. Seine fünfjährige Ausbildung machte er an der bekannten Cottaschen Druckstätte in Meißen. Als Geselle ging er, wie früher üblich, „auf die Walz“. Als 1891 eine kleine Druckerei in Eschwege einen tüchtigen Mitarbeiter suchte, bewarb er sich und wurde genommen.

Ein Jahr später heiratete er die Inhaberin, Elise Steinmetz, verw. Illge. Ab 1893, dem Geburtsjahr von Sohn Paul Woldemar, arbeiteten beide gemeinsam und druckten kleine Akzidenzen, aber auch die Fulda-Werra-Zeitung.

Die Firmengründer Elise und Woldemar Haubold
Die Firmengründer Elise und Woldemar Haubold
1895 – 1903

1895 kam der erste Umzug durch den Kauf eines Hauses am Neuen Steinweg, um mehr Raum für Setzerei und Maschinen zu haben. Schnell war auch hier die Arbeitsfläche zu klein und Woldemar Haubold kaufte ein Grundstück an der Leuchtbergstraße.

1903 konnte die Druckerei in das Erdgeschoss des neu erbauten Wohnhauses umziehen.

Wohnhaus und Druckerei an der Leuchtbergstraße
Wohnhaus und Druckerei an der Leuchtbergstraße
1908 – 1917

Sohn Paul Woldemar trat als Lehrling ein. Zu dieser Zeit entschied Woldemar Haubold, sich auf die Herstellung von nummerierten Eintrittskarten zu spezialisieren.

Damals eine riskante Entscheidung, denn es gab noch keine großen Kinos und Theater, sondern nur kleine herumziehende Kinos, die in Zelten oder Sälen spielten, Konzertgärten, Bauerntheater und Zirkusse. Mit seiner mutigen Entscheidung legte er maßgeblich den Grundstein für den späteren Erfolg der Druckerei Haubold.

1909 wurde begonnen, das Fabrikgebäude hinter dem Wohnhaus zu errichten; 1912 wurde es erweitert.

1917 starb Firmengründer Woldemar Haubold im Alter von 61 Jahren. Seine Frau Elise übernahm die Druckerei und übergab sie 1926 an Sohn Paul.

Gautschbrief von Woldemar Haubold, 1876
Gautschbrief von Woldemar Haubold, 1876
1918

Durch den Ersten Weltkrieg büßte Haubold seine Absatzmärkte im Ausland ein. Die Spezialisierung hatte dazu geführt, dass die Druckerzeugnisse bis nach Norwegen im Norden, Sizilien im Süden und Spanien im Westen, bestimmte Druckerzeugnisse sogar bis nach New York geliefert wurden.

Große Zirkusse wie Hagenbeck und Busch bezogen auf allen Tourneen Karten von Haubold. Durch die Inflation in den 20er Jahren schmolz das mühsam angesparte Betriebskapital dahin.

Rennwagen „Druckerei Haubold Eschwege“
Rennwagen „Druckerei Haubold Eschwege“
1920 – 1938

Der Betrieb konnte erweitert werden, neue Spezial- und Hilfsmaschinen wurden angeschafft, das Fabrikationsprogramm erweitert und Vertreter eingestellt, die für neue Aufträge sorgten. Die Zeit des Zweiten Weltkrieges war von Materialmangel begleitet; viele Aufträge blieben weg, viele Mitarbeiter wurden eingezogen.

Paul W. Haubolds älteste, 1922 geborene Tochter Marlis studierte zu dieser Zeit in Leipzig und Frankfurt Wirtschaftswissenschaften, wo sie auch ihren späteren Mann Günter Gebhardt kennenlernte. Mit 22 Jahren bestand sie im Februar 1945 ihre Prüfung zum Dr. rer. pol. mit Auszeichnung und war damit eine der jüngsten Doktorinnen Deutschlands.

Maschinensaal
Maschinensaal
1945

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges marschierten die Amerikaner in Eschwege ein und besetzten auch die Druckerei. Paul W. Haubold wurde wegen seiner Nähe zum Regime suspendiert; er war zwar kein Parteimitglied, aber förderndes Mitglied gewesen und wurde entnazifiziert.

Tochter Dr. Marlis Haubold übernahm im Mai 1945 die Leitung der Firma. In dieser Zeit wurde der Firma unter anderem der Druck von Lebensmittelkarten übertragen. Günter Gebhardt, geboren 1920, arbeitete während seiner Promotion 1946 in Frankfurt bereits als Vertreter der Firma Haubold.

Zeichnung des Betriebsgebäudes
Zeichnung des Betriebsgebäudes
1947

Im Mai 1947 heirateten Dr. Marlis Haubold und Dr. Günter Gebhardt, der damit Mitarbeiter der Firma Haubold wurde. Vorerst lernte er drucken – in einer Zeit, in der Papier Mangelware war und nur gegen Altpapier eingetauscht werden konnte.

Bleiglasfenster im Betriebsgebäude
Bleiglasfenster im Betriebsgebäude
1948 – 1951

Nach der Währungsreform im Juni 1948 konnte endlich wieder Druckpapier gekauft werden. Dr. Günter Gebhardt übernahm unter dem wieder tätigen Seniorchef Paul W. Haubold immer mehr Führungsaufgaben. Bis 1951 wurde viel erweitert: vergrößerter Rotationsmaschinensaal, Lager und Versandabteilung auf insgesamt 3.000 m².

Durch die unsichere politische Situation an der Zonengrenze beauftragte Paul Haubold seinen Schwiegersohn, linksrheinisch einen Zweigbetrieb zu errichten: Im März 1951 wurde die Dr. Günter Gebhardt & Co. in Idar-Oberstein gegründet.

Betriebsgebäude an der Leuchtbergstraße
Betriebsgebäude an der Leuchtbergstraße
1953

Haubold holte das 50-jährige Jubiläum nach, das eigentlich 1943 hätte gefeiert werden müssen – zu Kriegszeiten bestand dazu keine Möglichkeit.

Betriebsausflug mit dem Haubold-Bus
Betriebsausflug mit dem Haubold-Bus
1956

Nach dem Tod des Seniorchefs Paul W. Haubold im Dezember 1956 wurde die Einzelfirma in eine Kommanditgesellschaft umgestaltet. Dr. Günter Gebhardt wurde geschäftsführender Gesellschafter – ein Amt, das er bis zu seinem Tod im Februar 2009 innehatte.

Er baute die Firma immer weiter auf, vergrößerte die Produktionsflächen und die Zahl der Mitarbeiter und entwickelte Haubold zum Spezialisten für nummerierte Organisationsmittel.

Paul W. Haubold
Paul W. Haubold
1980

Die Entwicklung und Verbreitung der EDV-Technik führte ab den 80er Jahren zu weitreichenden Umstrukturierungen der Produktionstechnik im Hause Haubold. Steigende Qualitätsansprüche führten zu kontinuierlichen Investitionen.

Digitale Druckmaschinen, Zehn-Farben-Rollenoffsetmaschinen, Inline-Verarbeitungstechniken und Hologramm-Applikationsmaschinen waren die wesentlichen Investitionsschwerpunkte.

Rollenoffset-Technik
Rollenoffset-Technik
2013 – 2014

2013 konnte die Familie Sperling nach einem Interim alle Anteile der Firmengruppe Haubold halten. Im Dezember 2013 wurde fast auf den Tag genau das 120-jährige Firmenjubiläum gefeiert. Der Familienbetrieb ging in die fünfte Generation über und wird seitdem von Ur-Ur-Enkel Felix Paul Sperling geleitet.

2014 investierten die Gesellschafter massiv in den Maschinenpark. Highlight ist ein vollautomatisierter Wickelroboter mit angeschlossener Verarbeitungsstraße, der die Rollenkonfektionierung automatisiert und erheblich zur Effizienzsteigerung beiträgt.

Produktion in Eschwege
Produktion in Eschwege
2015 – 2026

2015 wurde mit der erstmaligen Zertifizierung zur Sicherheitsdruckerei nach ISO 14298 ein großer Schritt in Richtung Zukunft gemacht. Zudem hält Haubold durchgängig Zertifikate für Qualitätsmanagement nach ISO 9001 und nachhaltiges Papier nach FSC®.

2020 bis 2022 erlebte die Welt mit der Corona-Pandemie eine nie dagewesene Katastrophe. Haubold wurde durch die Einbrüche beim Bedarf an Tickets und Fahrscheinen hart getroffen; es folgte eine Anpassung des Geschäftsbetriebs an die neuen Gegebenheiten.

2024 richtet Felix Sperling, nunmehr operativer Geschäftsführer aller drei Haubold-Unternehmen, das Gesamtunternehmen neu aus. Gemeinsam mit seinem jungen und hoch motivierten Managementteam wurden die Unternehmensprozesse optimiert. Schwerpunkte des Produktportfolios bleiben Tickets, Fahrscheine und der Sicherheitsdruck.

2025 erlangt Haubold erneut die Zertifizierung zur Sicherheitsdruckerei nach ISO 14298.

Rollenoffsetmaschinen heute
Rollenoffsetmaschinen heute

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